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Ein Gespräch mit Prof. Donald Muldrow Griffith

von Iris Praefke

Das Festival findet ja nun zum 23. Mal statt. Wie nahm es denn seinen Anfang?

Prof. Donald Muldrow Griffith: Das Black International Cinema Berlin begann als Teil des Black Cultural Festivals in Berlin, das von Fountainhead® Tanz Theatre 1986 erstmalig in Europa produziert wurde. Das Black Cultural Festival, das vom 3. bis 23. März in jenem Jahr präsentiert wurde, bestand aus künstlerischen Darbietungen, Ausstellungen, Seminaren, Veröffentlichungen und Filmen. Die Präsentationsorte waren die Theatermanufaktur, die Hochschule der Künste und das Kino Arsenal in der Welserstraße, unter der sehr geschätzten Leitung von Erika und Ulrich Gregor. Weitere Unterstützung erhielten wir von Dr. Christian Grote (Sender Freies Berlin), von Renate Semler (Amerika Haus), Dr. Ntongela Masilela aus Südafrika, Uazuvara Ewald Katjivena aus Namibia und vom Evangelischen Entwicklungsdienst. Fountainhead® Tanz Theatre kooperierte auch mit der polnischen Filmschule in Lodz und lud Filmemacher aus Polen dazu ein, einen Dokumentarfilm über das dreiwöchige Festival zu machen. Es entstand die Dokumentation "A Man Without Limits". Die Postproduktion des Films wurde in Polen durchgeführt und nahm mehrere Jahre in Anspruch. Grund hierfür waren Kommunikations- und Transportprobleme zwischen Polen und Berlin vor dem Fall der Mauer. "A Man Without Limits" erhielt schließlich den Filmpreis "Bester Film 1988" vom Polnischen Ausschuss für Filmkunst.

Eines eurer Mottos lautet: "Yes, I can...!" von Sammy Davis Jr. Wie kam es, dass ihr mit Mottos arbeitet?

Prof. Donald Muldrow Griffith: Mottos sind ein Mittel, um mit einem unterschiedlichen und größeren Publikum auf einer intellektuellen, emotionalen und kulturellen/politischen Ebene zu kommunizieren. Die Mottos sind ein präziser und direkter Weg, die philosophische Position des Fountainhead® Tanz Theatres und seiner kooperierenden Organisationen darzulegen. Viele Menschen in verschiedenen Ländern haben uns ihre Dankbarkeit für die mentale Stärke und Unterstützung zum Ausdruck gebracht, die ihnen die verschiedenen Mottos über viele Jahre vermittelt haben.

Wieso hattet ihr euch entschieden, aus Amerika wegzugehen?

Prof. Donald Muldrow Griffith: Amerika zu verlassen, kam durch die Gelegenheit, die sich durch die Einladung an das Theater des Westens bot. Es war auch die wachsende Sehnsucht danach, Wege zu finden, die eigenen Ideen in einer anderen kulturellen Umgebung zu verwirklichen.

Ihr sprecht oft von interkulturell, anstelle von multikulturell. Wie ist das zu verstehen?

Prof. Donald Muldrow Griffith: Wir unterscheiden zwischen multi- und interkulturell folgendermaßen: Die multikulturelle Position kann als Toleranz gegenüber einer Gruppe von Menschen innerhalb eines bestimmten Gebietes oder Landes charakterisiert werden, mit wenig Bemühungen zur Kommunikation. Interkulturell beschreibt den aktiven Versuch, mit dieser besagten Gruppe von Menschen zu kommunizieren, um eine Basis für Kooperation herzustellen zwischen jeglichen Gruppen oder zwischen der zahlenmäßig dominierenden Bevölkerung und ihren MitbürgerInnen aus den Gruppen, die zahlenmäßig zu den Minderheiten gehören.

Mottos:
"I may not make it if I try, but I damn sure won´t if I don´t..." - Oscar Brown Jr.
"Mankind will either find a way or make one." - C.P. Snow
"Whatever you do..., be cool!" - Joseph Louis Turner
"Yes, I can...!" - Sammy Davis Jr.
"Yes, We can...!" - Barack Obama

Übersetzung Englisch/Deutsch: Angela Kramer
24. März 2008