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GRISSI SIKNIS - LA ENFERMEDAD MAGICA DE LA SELVA /
GRISSI SIKNIS - THE MAGIC SICKNESS OF THE JUNGLE

Director: Enrique Ruiz-Skipey
Documentary, Color, 94 min.
Spain/Nicaragua 2008
Spanish and Miskito with English subtitles

Sunday / May 10 / 2pm/14h

Cultural colonization is the most serious disease from which the indigenous communities of Latin America suffer. By analyzing their social structure, languages and territories, a feeling of impotence, frustration and desperation is understood. The "jungle madness" known as Grissi Siknis is a contagious, indigenous syndrome, that occurs among the Miskito of Eastern Central America and affects mainly young women. Grissi Siknis is typically characterized by long periods of anxiety, nausea, dizziness, irrational anger and fear interlaced with short periods of rapid frenzy, in which the victims lose consciousness, believe devils beat them, have sexual relations with them and run away. Traditional Miskito belief holds that Grissi Siknis is the result of evil spirits or black sorcerers. While western medicine typically has no effect on those afflicted with the disease, the remedies of Miskito herbalists or healers are often successful in curing this madness. Western anthropologists and psychiatrists consider religious, cultural and economic colonization, as being the main contributor to this madness.

Kulturelle Kolonisation ist die schwerste Krankheit, an der die einheimischen Gemeinschaften in Lateinamerika zu leiden haben. Durch die Analyse ihres sozialen Gefüges, ihrer Sprachen und Landschaften lässt sich ein Gefühl von Machtlosigkeit, Frustration und Verzweiflung begreifen. Der "Dschungelwahnsinn", bekannt als Grissi Siknis, ist ein ansteckendes, natürlich vorkommendes Syndrom, das sich unter den Miskito im östlichen Mittelamerika zeigt und dort meistens bei jungen Frauen auftritt. Die typischen Kennzeichen von Grissi Siknis sind lange Phasen von Angst, Übelkeit, Schwindel, irrationaler Wut und Furcht, gemischt mit kurzen Perioden schneller Extase, in der die Opfer bewusstlos werden, glauben, dass der Teufel sie schlüge, sexuelle Beziehungen mit ihnen hätte und dann fortliefe. Der traditionelle Miskitoglaube besagt, dass Grissi Siknis das Ergebnis eines teuflischen Geistes ist oder eines schwarzen Zauberers. Während westliche Medizin üblicherweise keine Auswirkungen auf die Erkrankten hat, sind die Heilmittel der Kräuterkenner oder Heiler oft erfolgreich darin, den "Wahnsinn" zu kurieren. Westliche Anthropologen und Psychiater nehmen an, dass religiöse, kulturelle und ökonomische Kolonisation der Hauptgrund für diese Krankheit ist.


Enrique Ruiz-Skipey