BORINBORESI
Director: Gertraud Schwarz

"Borinboresi" is the Nankani-word for the mural paintings of women in the Kasena/Nankana area in Ghana, West Africa. Due to the increasing influences of Western culture, capitalism and Christianization, this art form is slowly disappearing. The documentary "Borinboresi" concentrates on the process of making mural paintings and the spontaneity and realism of this art form. It shows the decorating of a traditional compound and makes the social, ethical components visible that are passed on from older women to the younger ones. Organized by women's groups of the Natugnia Rural Women Association, a community house is being built in the village Natugnia. In future, it will function as a centre for education and training programmes to improve the social position of women. It is fascinating to see the energy that is put into finishing the community centre. Traditionally, fetching water, flooring of the courtyard, plastering the walls and painting, are women's work. Dances and music are important aspects of mural painting, which appeal to the sensuous perception and interpersonal emotions of the participants and thereby form their recollection. These dynamic elements of the film change with the slower rhythm of daily life. The camera is close to the protagonists, so that a feeling of being with them arises. In contrast to 'startling' reports about 'underdeveloped' African circumstances and occurrences, we deliberately portrayed an existing positive picture of Ghanaian culture. The courageous engagement of the Nankana women to preserve their cultural values and their preoccupation with the economic and political changes in their society was inspiration for the documentary. The movie emphasizes the importance of the 'global learning' of communities and cultures from each other.

"Borinboresi" ist das Nankani-Wort, welches die Wandmalkunst der Frauen im Kasena/Nankana Gebiet in Ghana/Westafrika bezeichnet. Durch zunehmende Einflüsse von Kapitalismus, westlicher Kultur und Christianisierung ist diese Kunstform, die im Kollektiv mehrerer Frauen durchgeführt wird, vom Verschwinden bedroht. Die Dokumentation "Borinboresi" konzentriert sich vor allem auf den Entstehungsvorgang der Wandmalereien, ebenso auf die Spontaneität und Lebensnähe dieser Kunstform. Sie zeigt das Bemalen eines traditionellen Lehmhauses und vermittelt die sozialen und ethischen Komponenten, die von den älteren Frauen an die jüngeren weitergegeben werden. Im Dorf Natugnia haben sich unterschiedliche Frauengruppen zusammengeschlossen, um ein Gemeinschaftshaus zu errichten. In diesem können sie zukünftig Fortbildungsveranstaltungen abhalten, ihre Anliegen gemeinsam besprechen und so ihre gesellschaftliche Stellung verbessern. Fasziniert verfolgt man die Energie, welche in die Fertigstellung des Gemeinschaftshauses gesteckt wird. Das Verputzen und Bemalen der Wände und das Vorbereiten, Stampfen und Ebnen der Böden gehören wie das Wasser holen zu den Aufgaben, die traditionell von den Frauen durchgeführt werden. Tanz und Musik sind wichtige Teilaspekte der Wandmalkunst, welche die sinnliche Wahrnehmungsebene und die zwischenmenschliche Gefühlsebene ansprechen und dadurch die Erinnerungsbilder der Teilnehmerinnen prägen. Diese dynamischen Elemente des Malens wechseln mit ruhigen Einstellungen von alltäglichen Arbeiten. Die Kamera ist nahe bei den ProtagonistInnen und vermittelt ein Gefühl des Dabeiseins. Im Gegensatz zur gewohnten, vorrangig ‚erschreckenden' Berichterstattung über ‚unterentwickelte' afrikanische Verhältnisse und Ereignisse wird bewusst darauf Wert gelegt, ein existierendes positives Bild ghanaischer Kultur zu zeichnen. Das couragierte Engagement der Nankana Frauen zur Bewahrung ihrer kulturellen Werte und ihre Auseinandersetzung mit ökonomischen und entwicklungspolitischen Veränderungen ihrer Gesellschaft war Inspiration für die Dokumentation. Der Film betont die Wichtigkeit des ‚globalen Lernens' der Gemeinschaften und Kulturen voneinander.

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